In dem heutigen Artikel schauen wir uns die beiden Begriffe Beruf und Berufung einmal genauer an. Ich möchte dir die Angst vor dem großen Begriff der Berufung nehmen. Außerdem teile ich mit dir, warum ich noch mitten auf meinem Weg bin, meine Berufung zu finden und wie es dir Mut machen kann, Schritt-für-Schritt loszugehen, um deiner eigenen einzigartigen Berufung näher zu kommen. 

Berufung: Das ist ein großes Wort, wie ich finde. Lange Zeit war ich sogar sehr abgeschreckt von diesem Wort „Berufung“ und konnte nicht wirklich viel damit anfangen. Was mein Beruf ist, war mir schon klarer. Wir sprechen viel über unseren Beruf. Der Begriff „Berufung“ wird aber häufig gemieden, weil dieser irgendwie zu groß klingt.

Geht es dir ähnlich?

Beruf und Berufung – Was der Duden dazu sagt

Zunächst schauen wir uns einmal an, was der Duden zu den Worten zu sagen hat.

Der Duden gibt zwei Bedeutungen bzw. Erklärungen zu dem Wort „Beruf“ an:

  1. [erlernte] Arbeit, Tätigkeit, mit der jemand sein Geld verdient; Erwerbstätigkeit
  2. Berufung, innere Bestimmung

Die erste Bedeutung des Begriffes „Beruf“ ist die, die viele von uns darunter verstehen. Wir üben eine Tätigkeit  aus und erhalten als Gegenleistung Geld dafür. Diese Definition ist vermutlich sehr weit verbreitet und viele würden diese Definition so unterschreiben. Gleichzeitig definieren wir uns in unserer Gesellschaft sehr oft sehr stark über unseren Beruf. Einige streben auch danach, immer mehr Geld zu verdienen, weil sie dies dann als Erfolg für sich definieren. Ich habe dies auch lange geglaubt, doch je mehr Geld ich verdiente, umso unglücklicher wurde ich. Es musste also noch etwas anderes sein, das wichtig ist im Beruf.

Kommen wir zur zweiten Bedeutung:

Diese greift den Begriff „Berufung“ auf und bezeichnet diese als unsere innere Bestimmung. Dies wird auf der Seite des Duden nicht weiter erläutert.

Wenn wir uns den Begriff Berufung einmal näher ansehen, stecken die Worte „berufen“ und „Ruf“ darin, also etwas, wozu wir berufen sind und unserem inneren Ruf folgend. Ich persönlich glaube fest daran, dass jeder von uns ganz einzigartige Talente und Gaben hat, die nur er auf seine Art und Weise zum Ausdruck bringen kann. Wenn jeder seine Einzigartigkeit lebt, dann passen wir als einzelne Puzzlestücke perfekt ineinander. Wir brauchen uns nicht länger mit anderen vergleichen und danach streben genauso gut oder erfolgreich wie andere zu sein. Wenn wir annehmen, dass jeder seinen ganz eigenen Ruf und seine ganz eigenen Talente hat, sollten wir lernen, diese immer besser kennenzulernen und auszuleben und uns so gegenseitig zu bereichern.

„Ich bin …“: Die Definition über deinen Beruf

Ich bin Ingenieurin, ich bin Coach, ich bin Krankenschwester – was bist du? Häufig definieren wir uns über unseren Beruf. Setze hinter dem „Ich bin“ gerne einmal das Wort, das du als deinen Beruf bezeichnest. Wie fühlt sich das an? Sagst du „Oh yes, ich bin …!!“? Stehst du voll und ganz dahinter und bist stolz auf das, was du bist? Herzlichen Glückwunsch, dann bist du deiner Berufung vermutlich schon sehr nah und lebst deine Berufung in deinem Beruf.

Oder spürst du einen inneren Widerstand, ein unwohles Gefühl oder auch ein beschämtes Gefühl? Dann darfst du dich noch weiter auf die Suche zu deiner Berufung machen. Dies gilt natürlich nur, wenn du deine Berufung in deinem Beruf leben möchtest. Einige Menschen leben ihre Berufung außerhalb ihres Berufs, was natürlich genauso wundervoll ist. Da wir häufig einen großen Teil unserer Zeit in unserem Beruf verbringen, ist es für viele Menschen erstrebenswert, ihre Berufung (auch) in ihrem Beruf auszuleben.

Deine Berufung kannst du nur finden, wenn du nach innen schaust. Unsere Berufung finden wir nicht im Außen. Wenn wir nicht wissen, was wir beruflich machen möchten, starten wir oftmals eine Ausbildung oder ein Studium in einem Bereich, der uns von außen (Familie, Freunde, Lehrer) vorgegeben wird, weil wir in dem Moment selbst nicht wissen, was das Richtige für uns ist. Das Paradoxe ist aber, dass nur wir selbst wissen können, was für uns der richtige Beruf ist, weil nur wir selbst unseren inneren Ruf hören können.

Auf dem Weg zu meiner Berufung

Auf meinem Weg war es so, dass ich durch sehr viel „Trial & Error“ auf meinem beruflichen Weg mehr und mehr gemerkt habe, was nicht meine Berufung ist. Daraufhin habe ich mich intensiv mit mir selbst beschäftigt und mich selbst immer besser kennengelernt. So entspricht mein Angestellten-Job, den ich zum aktuellen Zeitpunkt noch habe, schon sehr viel mehr meiner Berufung als meine Jobs zuvor. Beispielsweise habe ich in meinem vorherigen Job festgestellt, dass ich stärker in die Kommunikation mit anderen Menschen gehen wollte, weil es mir Spaß macht und mir leicht fällt. Dies kann ich in meinem aktuellen Job sehr gut ausleben. Zu Beginn des Jobs konnte ich es kaum glauben, dass ein regelmäßiger Austausch zu unterschiedlichen Menschen auf Veranstaltungen, Projektbesprechungen usw. nun meine „Arbeit“ war. Da es mir leicht fällt und große Freude macht, fühlt es sich für mich nicht wie „Arbeit“ an. So kam ich hier meiner Berufung schon ein kleines Stück näher. In den Coaching-Gesprächen, die ich führe, spüre ich, wie ich voll und ganz ich selbst sein kann, es mir leicht fällt und mir große Freude macht. So habe ich das Gefühl, dass ich mehr und mehr zu meiner Berufung finde, indem ich andere Menschen dabei unterstütze, sich selbst näher zu kommen und dadurch ihre Berufung zu finden. Dies tue ich auch, in dem ich Yoga unterrichte. Das WIE wir unsere Berufung leben, kann auf vielen unterschiedlichen Wegen erfolgen.

Wie du merkst, dass du deine Berufung gefunden hast

Ich möchte dich ermutigen, dich auf den Weg zu machen, deiner Berufung immer näher zu kommen. Du spürst, wenn du auf dem Weg deiner Berufung bist, wenn

  • du voll in deinem Element bist.
  • du voller Energie bist, weil du fasziniert bist von dem, was du tust.
  • du ganz du selbst bist und dich nicht verbiegen musst.
  • du Freude hast bei dem, was du tust.
  • dir das, was du tust, leicht fällt.
  • du jeden Tag dankbar bist für das, was bereits in deinem Leben ist.
  • du in dir entspannt und zufrieden bist.
  • du den Sinn deines Lebens kennst.

Dabei sind neben deiner beruflichen Tätigkeit deine Lebensumstände und anderen Lebensbereiche ebenso wichtig, um ganzheitlich erfüllt und zufrieden zu sein.

Gib dir selbst Zeit und sieh es als einen stetigen Prozess deiner Berufung näher zu kommen und damit zuerst dir selbst näher zu kommen. Wir sind so sehr von Einflüssen und Erwartungen im Außen konditioniert, sodass wir uns häufig sehr weit von unserem Kern entfernt haben. Diese Konditionierung erfolgt seit unserer frühesten Kindheit, hat sich also mehr und mehr eingeschlichen und dich von dir selbst entfernt – daher gib dir Zeit, diese Konditionierungen mehr und mehr abzulegen und zu erkennen, wer du wirklich bist und wozu du hier bist.

Glaube an dich! Auch du kannst deine Berufung finden und diese in deinem Beruf ausleben!

Folge mir auch gerne auf meinem Instagram-Kanal @ilka.pricker und kommentiere unter dem Post zu diesem Blog-Beitrag, was deine Gedanken zu diesem Thema bzw. diesen Worten sind.  

Alles Liebe,

Deine Ilka

 

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