In meinem heutigen Blogartikel geht es um die Frage „Generalist oder Spezialist?“, was eher auf dich zutrifft und wie sehr du deine persönlichen Vorlieben schon in deinem Beruf lebst. Außerdem verrate ich dir 3 Tipps für Generalisten, die dir helfen glücklich in deinem Beruf zu sein. Am Ende des Artikels teile ich einige Reflexionsfragen, damit du möglichst viel für dich mitnehmen und auch in die Umsetzung kommen kannst.

Los geht es mit einer kleineren Einführung in die Generalisten und Spezialisten: Was zeichnet sie aus?

Der Generalist hat gerne den Überblick über das große Ganze, kann alles, aber nichts so richtig. Generalisten sind häufig vielseitig interessiert und legen sich ungern fest. Abwechslung in ihrer Tätigkeit ist ein Muss, so können sie aufblühen. Dadurch sind sie auf der einen Seite sehr flexibel einsetzbar, auf der anderen Seite ist das Berufsbild hier eher unklar.

Der Spezialist hingegen ist absoluter Experte in seinem Thema und einer Nische. Dadurch hat der Spezialist schnell den Expertenstatus im Unternehmen und seine Tätigkeit ist sehr klar umrissen. So hat der Spezialist eher Klarheit darüber, wohin er beruflich gehört und wie es für ihn weitergeht. Allerdings sind Spezialisten damit oftmals auf eine Nische festgelegt und damit nicht so flexibel in ihrer Berufswahl.

Generalist oder Spezialist – was ist besser?

Sehr spannend: Bei meiner Recherche hieß es in einer Überschrift: Generalisten sind erfolgreicher als Spezialisten. Auch in einigen Abstracts von Büchern ging es um die Frage, welches die bessere Strategie ist. Ist es besser, sich breit aufzustellen oder ganz speziell auf eine Nische oder ein Thema zu fokussieren. Dabei ging es häufig um die Organisation in Unternehmen und wie sich ein Unternehmen besser positioniert. Dies können wir jedoch auch sehr gut auf uns als einzelne Individuen beziehen.
Aber mal ganz ehrlich: Was bedeutet denn Erfolg? Erfolg ist für jeden etwas anderes. Außerdem: Ist es besser nach außen erfolgreich auszusehen, aber innen todunglücklich zu sein? Oder ist es umgekehrt besser, den Erfolg im Außen zwar nicht sichtbar zu haben, aber im Innen vollkommen glücklich und zufrieden zu sein?

Aus meiner Sicht und nach meiner Erfahrung ist es so entscheidend, einfach DU zu sein. Magst du es, eher die Vogelperspektive einzunehmen, immer mehrere Themen am Start zu haben und dich mit unterschiedlichen Dingen zu beschäftigen? Oder liebst du es ganz tief in einzelne Themen einzutauchen und dir immer mehr Wissen anzueignen oder Dinge zu erforschen? Lass dir gesagt sein: Beide ist gleich gut! Jeder von uns ist einzigartig und so sind unsere Vorlieben, Interessen und Persönlichkeit einzigartig und individuell. Wichtig ist nur, dass du den zu dir passenden Job wählst.

Die Wahrscheinlichkeit, dass du dich eher als Generalist betrachtest, wenn du diesen Artikel liest, ist sehr groß. Daher möchte ich hier einen Teil meiner eigenen Erfahrung als Generalistin mit dir teilen:

Meine persönliche Erfahrung als Generalistin

Ich gehöre auch dazu – und lange Zeit war ich sehr verzweifelt und wollte unbedingt eine Spezialistin sein und einfach zufrieden sein mit dem, was ich tue. In meinem zweiten Angestelltenjob war ich sehr stark in einer Nische unterwegs und habe versucht, mir mehr und mehr Expertenwissen aufzubauen. Schnell habe ich gemerkt, dass ich das einfach nicht bin. Nach einer Weile wird mir langweilig und ich verliere das Interesse. Ich brauchte die Weitsicht und einen Überblick über das Ganze.

Bevor ich diesen Job verlassen habe und in einen ganz anderen Bereich gegangen bin, in dem ich mein Generalisten-Dasein sehr gut ausleben konnte, sagte mein damaliger Chef in etwa das Folgende zu mir: „Du musst langsam aufpassen. Wenn du weiterhin so viel Verschiedenes tust und dich ständig veränderst, stellt dich irgendwann niemand mehr ein.“ Puh, das tat weh. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich mich schon sehr viel mit meiner Persönlichkeit auseinandergesetzt und verstanden, dass ich einfach keine Spezialistin bin und es nie sein werde. Ich erinnere mich an eine Kollegin, die in ihrer Spezialistenrolle extrem aufgegangen ist und sehr glücklich in ihrem Job war und wahrscheinlich heute noch ist. Das habe ich sehr bewundert, bevor ich mir bewusst gemacht habe, dass ich einfach anders bin und andere Stärken mitbringe.

3 Tipps für die Generalisten unter uns

  1. Erkenne deine besonderen und natürlichen Stärken

Mach dir bewusst, dass du ganz besondere Stärken hast, die ein Spezialist niemals haben wird. Generalisten sind häufig extrem flexibel und haben einen Weitblick, der sie Themen aus der Vogelperspektive betrachten und so unterschiedliche Themen und auch Menschen zusammenbringen lässt. Durch ihre Neugier sind sie bestrebt, neue Perspektiven einzunehmen und diese einzubringen.

  1. Kommuniziere offen, was deine Stärken sind und wie du arbeiten möchtest

Wenn du dir deiner Stärken bewusst bist, kannst du diese auch selbstbewusst kommunizieren und klarstellen, was du gut kannst und wie du dir deinen Beruf vorstellst. Dies kannst du zum einen tun, wenn du dir einen neuen Job suchst. Gehe von Vornherein offen in das Gespräch mit deinem zukünftigen Arbeitgeber hinein. Kommuniziere ganz klar, was du dir vorstellst. So könnt ihr abgleichen, ob deine Vorstellung in der Position umsetzbar ist oder nicht. Vielleicht kannst du auch deinen aktuellen Job so anpassen, dass er mehr dir und deinen Fähigkeiten entspricht. Mehr dazu findest du in den Reflexionsfragen im folgenden Absatz.

  1. Designe dir deinen Job, wie er dir gefällt

Als Generalist kann ich dich nur ermutigen, dir deinen Job so zu designen, wie er dir gefällt. In welchem Umfeld fühlst du dich wohl? Möchtest du einen Job ausführen oder vielleicht unterschiedliche? Angestellt oder selbstständig? Oder beides? Lass deiner Kreativität freien Lauf!

Zeit für deine Reflexion: Bist du im richtigen Job?

Es gibt kein besser oder schlechter: Wichtig ist, dass du so arbeitest und lebst, dass es deinem Naturell entspricht!

Also stelle dir gerne die folgenden Fragen:

  1. Bist du eher ein Generalist oder ein Spezialist?
  2. Wie agierst du in deinem aktuellen Job? Kannst du als Spezialist deine Stärken wirklich zum Ausdruck bringen? Oder arbeitest du in einem Umfeld, in dem du deine Generalisten-Fähigkeiten voll und ganz ausspielen kannst? Wenn deine Antwort auf beide Fragen ein „NEIN“ ist, stell dir die Frage Nr. 3:
  3. Was kann ich in meinem aktuellen beruflichen Umfeld verändern, um mehr nach meinem Naturell leben und arbeiten zu können? Schreibe dir alle Ideen auf und überlege, welche dieser Ideen du umsetzen möchtest und wann du dies tun möchtest.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass es natürlich weitere Faktoren gibt, die dazu beitragen, ob du beruflich erfüllt bist oder nicht. Wenn du jedoch einen Job ausführst, bei dem du ganz speziell in ein Thema eintauchst, obwohl du eigentlich die Abwechslung liebst und brauchst, wird es dich zufriedener machen, auch in deinem Beruf diese Abwechslung zu leben. Genauso kann es sein, dass du beispielsweise eine Führungsposition inne hast, in der du viele verschiedene Themen und Menschen managen musst, aber merkst, dass du viel lieber tief in (d)ein Expertenthema eintauchen würdest.

Egal ob Generalist oder Spezialist – du bist genau richtig so wie du bist!

Wenn dir aktuell noch der Mut fehlt, eine Veränderung anzugehen, schau gerne in meinem Blogartikel vorbei „WIE DU DEN MUT FINDEST, BERUFLICH NEUE WEGE ZU GEHEN“. Dort teile ich eine kraftvolle Übung mit dir, die dir helfen kann, den nötigen Mut zu finden.

Lass mir gerne einen Kommentar zu deinen Erkenntnissen unter dem Post zum Blog-Artikel bei Instagram unter @ilka.pricker da oder sende mir direkt eine Nachricht.

Alles Liebe für dich & deine berufliche Erfüllung,

Deine Ilka